Hunderttausende Wohnungen leer - trotz Mangel
Source: zeit.de
TL;DR
- In Deutschland stehen über 700.000 Wohnungen leer, obwohl Millionen Menschen eine Wohnung suchen.
- Hauptgründe sind Sanierungen, Streitigkeiten mit Mietern und steigende Kosten für Eigentümer.
- Leerstand hat zugenommen: Von 2005 bis 2023 stieg er um 40 Prozent.
- Folge: Hohe Mieten bleiben bestehen, da Leerstände das Angebot kaum entlasten.
The story at a glance
Trotz akutem Wohnraummangel in Deutschland gibt es Hunderttausende leerstehender Wohnungen - eine Analyse des Statistischen Bundesamts zeigt, warum Eigentümer sie nicht vermieten. Der Bericht kommt jetzt, weil die Debatte um Mietpreise und Leerstand eskaliert.
Key moments & milestones
- 2005: 513.000 leerstehende Wohnungen bundesweit.
- 2011: Erste Zählung mit Fokus auf Mieterwohnungen zeigt 461.000 Einheiten.
- 2022: Zensus meldet 637.000 leerstehende Wohnungen.
- 2023: Neuer Mikrozensus: 726.000 Wohnungen leer, davon 81 Prozent als Mieterwohnungen geplant.
- Steigerung um 40 Prozent seit 2005 trotz Bevölkerungswachstum.
Signature highlights
- 81 Prozent der Leerstände sind Mieterwohnungen, die eigentlich vermietet werden sollten; nur 19 Prozent sind Eigentumswohnungen.
- Häufigste Gründe: Sanierungen (26 Prozent), Eigentümer-Streitigkeiten (15 Prozent), hohe Nebenkosten (12 Prozent) und Bauarbeiten (10 Prozent).
- Regional starke Unterschiede: In Ostdeutschland bis zu 4,6 Prozent Leerstand in Sachsen-Anhalt, im Westen unter 2 Prozent.
- In Großstädten wie Berlin oder München sinkt der Leerstand auf unter 1 Prozent, da Nachfrage explodiert.
| Bundesland | Leerstandsquote (2023) |
|---|---|
| Sachsen-Anhalt | 4,6 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 3,8 % |
| Berlin | 0,8 % |
Why it matters
Der hohe Leerstand mildert den Wohnraummangel nicht, da viele Wohnungen vorübergehend unbewohnbar sind und Eigentümer zögert. Das hält Mieten hoch und verschärft die Krise für Mieter. Zu beobachten: Neue Förderungen für Sanierungen und strengere Regeln gegen Dauerleerstand könnten das Angebot bald beleben.