SPD-Frauen gegen Ehegattensplitting: Frauenfalle abschaffen
Source: zeit.de
TL;DR
- SPD-Politikerinnen fordern Abschaffung des Ehegattensplittings, da es Frauen benachteiligt und Teilzeitjobs fördert.
- Die Steuerregel spart Paaren mit ungleichen Einkommen bis zu 20.000 Euro jährlich, belastet aber den Staat mit 35 Milliarden Euro.
- Reformvorschlag: Übergangsphase bis 2030, dann Einzelveranlagung mit Freibetrag für Alleinerziehende.
- Konsequenz: Weniger Anreize für Geschlechterungleichheit am Arbeitsmarkt.
The story at a glance
SPD-Frauenbund und Politikerinnen wie Doris Ahnen kritisieren das Ehegattensplitting als frauenfeindlich und drängen auf Reform. Die Debatte flammt jetzt auf, weil die Große Koalition Steuerentlastungen plant und die SPD innerparteilich spaltet.
Key moments & milestones
- 1958: Einführung des Ehegattensplittings als Nachkriegsmodell für Alleinverdiener-Familien.
- 2000er: Kritik wächst, da Regel Frauen in Minijobs drängt – 60 Prozent der Teilzeitkräfte sind Frauen.
- 2024: SPD-Frauenbund startet Kampagne mit 10.000 Unterschriften.
- 2026: Voraussichtlicher Koalitionsstreit vor der nächsten Legislaturperiode.
Signature highlights
- 35 Milliarden Euro kostet der Splittingvorteil den Staat jährlich – Geld, das für bessere Kinderbetreuung fehlt.
- Beispielrechnung: Bei 60.000 Euro (Mann) und 20.000 Euro (Frau) spart das Paar 4.000 Euro Steuern; bei gleichem Einkommen null.
- 1,8 Millionen Frauen arbeiten in Minijobs wegen des Splitting-Anreizes – das bremst Karrieren und Pensionen.
- Reformmodell: Individualbesteuerung mit 6.000 Euro Freibetrag für Ehepartner und 12.000 Euro für Alleinerziehende.
Key quotes
„Das Splitting ist ein Relikt aus der Väterchenzeit und fördert Geschlechterungerechtigkeit.“ – Doris Ahnen, SPD-Spitzenkandidatin.
„Wir wollen keine Steuer, die Frauen in die Teilzeit treibt.“ – Frauenbund-Sprecherin.
Why it matters
Das Ehegattensplitting zementiert Ungleichheit: Frauen verdienen 18 Prozent weniger und haben niedrigere Renten. Eine Reform könnte den Haushalt entlasten und den Arbeitsmarkt fairer machen. Zu beobachten: SPD-interner Kompromiss bis 2025 – ob Scholz die Frauen durchdrückt.