Der Mann – das Maß aller Dinge
Source: beobachter.ch
TL;DR
- Männerzentrierter Alltag: Der Artikel zeigt, wie Produkte und Systeme wie Autos, Bürotemperaturen, Medikamente und WC-Designs auf Männer ausgerichtet sind, mit negativen Folgen für Frauen.
- Covid-Daten aus Wuhan: Männer erkranken schwerer und sterben häufiger an Covid-19 als Frauen, obwohl Frauen stärker exponiert sind, Daten vom Women's Brain Project.
- Geschlechterdata-Lücke: Frauen werden in Forschung und Design ausgeblendet, was zu Risiken führt; mehr Frauen in Führung verbessern Inklusion.
The story at a glance
Der Beobachter-Artikel beleuchtet, wie der Alltag auf den männlichen Körper abgestimmt ist, was Frauen benachteiligt. Autoren Julia Hofer, Birthe Homann und Anina Frischknecht berichten über Beispiele aus Design, Medizin und Forschung, mit Fokus auf Daten einer Forscherin vom Women's Brain Project zu Covid-19-Unterschieden. Er erschien im Februar 2021, als erste Pandemie-Daten Geschlechterunterschiede zeigten und Gender Data Gaps diskutiert wurden. Dies greift bekannte Kritik an männerzentrierten Standards auf.
Key points
- Autos: Crash-Tests mit männlichen Dummies erhöhen Frauenrisiko um 17% für Todesfälle und 47-74% für schwere Verletzungen.
- Büros: Temperaturen basieren auf 1960er-Männer-Metabolismus, Räume sind für Frauen oft 3°C zu kalt.
- Medikamente: 80% der US-Medikamente nehmen Frauen, Wirkungen auf Frauen meist unbekannt; neues HIV-Medikament wirkt nur bei Männern wegen männlicher Testgruppen.
- Covid-19: Daten aus Wuhan zeigen, Frauen wehren Viren besser ab, erkranken anders, aber Forschung ignoriert weibliche Unterschiede.
- Klavieroktae: Auf Männerhände abgestimmt, zu breit für die meisten Frauen.
- Algorithmen: Amazon-Job-Suche bevorzugte Männer; Manga-Besuche als "starkes Programmierzeichen" markiert wegen männerdominierter Daten.
- Lösung: Mehr Frauen in Forschung und Führung; Schweiz plant 30%-Quote für Vorstände bis 2026.
Details and context
Produkte wie Autos und Medikamente entstehen oft aus Tests mit männlichen Modellen oder Mäusen, was "Gender Data Gaps" schafft. Frauen leiden höhere Risiken, etwa bei Unfällen oder Medikamentennebenwirkungen. Im Covid-Kontext arten mehrheitlich Frauen an der Front, bleiben aber milder erkrankt – eine alte Erkenntnis, die die Pandemie neu beleuchtet.
Schweiz hinkt in Geschlechtergleichstellung: Platz 18 im World Economic Forum Gender Index, nur 10 Frauen in Top-Positionen der grössten Firmen. Lange CEO-Amtszeiten (durchschnittlich 18 Jahre) und Mutterschafts-Strafen erschweren Aufstieg. Traditionen wie Zunftausschlüsse in Zürich verstärken Ausblendung.
Key quotes
Maria Teresa Ferretti (Co-Gründerin Women's Brain Project): "Frauen können virale Infekte besser abwehren. Sie erkranken anders, sie werden anders gesund. Doch gross erforscht wurde das bis jetzt nicht. Der weibliche Körper ist ein blinder Fleck."[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)[[2]](https://www.beobachter.ch/gesellschaft/frauen-in-der-mannerwelt-der-mann-das-mass-aller-dinge-334075?srsltid=AfmBOopyxEPkbD1VRkxOPFq-1VN2LVSqhOIt1r8EMBGVvmrYQVXsP0Hx)
Maria Teresa Ferretti: "Es hat wohl eine Pandemie gebraucht, damit die Welt die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht länger ignoriert."[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)
Why it matters
Männerzentrierte Standards erhöhen Risiken für Frauen in Sicherheit, Gesundheit und Technik, was zu höheren Unfallraten oder ineffizienten Behandlungen führt. Leserinnen und Konsumentinnen profitieren von Bewusstsein für Designfehler, Unternehmen von breiterem Talentpool durch Inklusion. Beobachten Sie Fortschritte bei der 30%-Quote und mehr Geschlechterforschung in Medizin und KI.[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)
FAQ
Q: Warum sind Autos für Frauen riskanter?
A: Crash-Tests verwenden hauptsächlich männliche Dummies, was das Todesrisiko für Frauen um 17% und schwere Verletzungen um 47-74% erhöht. Weibliche Körperhaltungen und Anatomie werden ignoriert. Dies führt zu unpassenden Sicherheitsgurten und Airbags.[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)
Q: Wie wirken sich männerbasierte Bürotemperaturen aus?
A: Temperaturen orientieren sich am Metabolismus junger Männer aus den 1960er-Jahren. Räume sind für Frauen oft 3°C zu kalt, was Konzentration und Leistung mindert. Frauen verbrennen weniger Energie in Ruhe.[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)
Q: Warum scheitern Medikamente bei Frauen?
A: Viele Tests laufen mit männlichen Mäusen oder Probanden; Wirkungen auf Frauen sind unbekannt. Ein HIV-Medikament wirkte nur bei Männern. 80% der Medikamente nehmen Frauen, ohne angepasste Dosierungen.[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)
Q: Was zeigt die Covid-Forschung zum Women's Brain Project?
A: Daten aus Wuhan belegen, Männer erkranken schwerer und sterben öfter, Frauen wehren Viren besser ab. Trotz höherer Exposition an der Front bleiben Frauen milder betroffen. Geschlechterunterschiede wurden lange ignoriert.[[1]](https://www.esther-mirjam-de-boer.ch/wp-content/uploads/2021/03/05_TIT_Ma%CC%88nnerwelt.pdf)[[2]](https://www.beobachter.ch/gesellschaft/frauen-in-der-mannerwelt-der-mann-das-mass-aller-dinge-334075?srsltid=AfmBOopyxEPkbD1VRkxOPFq-1VN2LVSqhOIt1r8EMBGVvmrYQVXsP0Hx)