Pilot-Gehalt: Lufthansa-Piloten verdienen bis 300.000 Euro
Source: handelsblatt.com
TL;DR
- Lufthansa-Piloten der Kernmarke verdienen deutlich mehr als in Tochtergesellschaften wie Eurowings, trotz laufender Streiks um Altersversorgung.
- First Officer starten mit 88.600 Euro brutto jährlich, Kapitäne bis 281.300 Euro ohne Zulagen, darüber hinaus bis über 300.000 Euro möglich.
- Trotz Top-Gehältern im Konzern fordern Piloten höhere Beiträge zur Pension, was die Zukunftsfähigkeit der Airline belastet.
The story at a glance
Der Artikel beleuchtet die hohen Gehälter von Lufthansa-Piloten im Vergleich zu Eurowings und anderen Konzerngesellschaften inmitten des dritten Streiks 2026 um bessere Altersversorgung. Beteiligt sind die Vereinigung Cockpit (VC), Lufthansa-Management mit Personalvorstand Michael Niggemann und Chef Jens Ritter sowie Experten wie Gerald Wissel von Airborne Consulting. Der Bericht kommt jetzt, da Streiks die Flüge stören und die Lufthansa Umstrukturierungen wie die neue City Airlines vorantreibt. Die Kernmarke hat rund 4.500 Piloten.
Key points
- Ausbildungskosten an der European Flight Academy: ca. 120.000 Euro, Bewerber zahlen 10.000 Euro Eigenanteil, Rest wird vorfinanziert und bei Einkommen über 30.000 Euro brutto zurückgezahlt.
- Lufthansa First Officer: Einstiegsgehalt 88.600 Euro brutto/Jahr; theoretisches Maximum nach 30 Jahren 234.447 Euro (in Praxis früher Kapitän).
- Lufthansa-Kapitän höchste Stufe: 281.300 Euro Fixgehalt ohne Zulagen, mit Schichtzulagen und Gewinnbeteiligung über 300.000 Euro möglich (laut Pilotjobnetworks).
- Eurowings First Officer: 70.200 Euro Einstieg (ca. 18.400 Euro weniger); Kapitän max. 202.300 Euro (ca. 79.000 Euro unter Lufthansa).
- Einflussfaktoren: Seniorität, Flugzeugtyp, Blockstunden; Langstrecken besser bezahlt als Kurzstrecke.
- Streitpunkt: VC fordert höhere Arbeitgeberbeiträge zur Altersversorgung, Management sieht diese im europäischen Spitzenfeld.
- Neue Lufthansa City Airlines mit 40 Airbus A220-300 übernimmt Kurzstrecken mit niedrigeren Personalkosten.
Details and context
Piloten der Kernmarke profitieren von einer Zweiklassengesellschaft im Konzern: höhere Fixgehälter, Zulagen und Sonderrechte erzeugen Neid bei Eurowings-Mitarbeitern, die nur Kurz- und Mittelstrecke fliegen. Die Seniorität bestimmt Stufen, Blockstunden (vom Start bis Landung) bringen Extra-Zulagen.
Die Pandemie führte zur Kündigung einer Flottenvereinbarung (früher Mindestgröße 325 Jets), wogegen VC klagt. Neue Tochter City Airlines soll Kosten senken, indem sie Zubringerflüge mit günstigerem Personal übernimmt.
Experte Gerald Wissel kritisiert das "Tarif-Wirrwarr" und fordert einheitlichere Regelungen, ohne Rechte wegzunehmen; Piloten jammern zudem über mehr Bürokratie und schwierigere Einsatzplanung.
Key quotes
- „Nur weil die VC mehr Arbeitgeberleistungen fordert, können wir doch nicht die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens weiter verschlechtern.“ – Michael Niggemann, Personalvorstand Lufthansa.
- „Es gibt bei den Piloten der Lufthansa-Gruppe eine Zweiklassengesellschaft. Das beginne beim Geld und ende bei Extrazulagen.“ – Gerald Wissel, Airborne Consulting.
Why it matters
Die hohen Pilotengehälter und Streiks um Pensionen belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa in einer Zeit knapper Margen und Umstrukturierungen. Für Reisende bedeutet das Flugausfälle und höhere Ticketpreise, für Bewerber attraktive Einstiegschancen trotz teurer Ausbildung. Zu beobachten sind Verhandlungen mit VC und der Ausbau von City Airlines, die weitere Streiks oder Tarifangleichungen auslösen könnten.
[[1]](https://www.handelsblatt.com/karriere/pilot-gehalt-das-verdienen-lufthansa-piloten-2026-04/100037203.html)