KI-Prognose: 800.000 Jobs weg, 800.000 neu
Source: faz.net
TL;DR
- Enzo Weber und Gerd Zika prognostizieren im Gastbeitrag zu einer IAB-Studie massive Umwälzungen durch KI auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
- Insgesamt 800.000 Arbeitsplätze könnten in 15 Jahren wegfallen, während gleich viele neue entstehen, bei netto stabiler Beschäftigungszahl.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)[[2]](https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/zukunft-der-arbeit/wegen-ki-koennten-800-000-arbeitsplaetze-wegfallen-und-neu-entstehen-accg-200227693.html)
- Die Studie betont Chancen durch höheres Wachstum, warnt aber vor Strukturwandel in Branchen und Qualifikationen.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
The story at a glance
Enzo Weber und Gerd Zika, Forscher am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), schreiben in einem Gastbeitrag für die FAZ über die Folgen verstärkter KI-Nutzung für den deutschen Arbeitsmarkt. Sie stützen sich auf eine neue IAB-Szenario-Studie, die einen 15-Jahres-Horizont betrachtet. Der Beitrag erscheint kurz nach Veröffentlichung des IAB-Forschungsberichts im November 2025, inmitten zunehmender KI-Adoption in Unternehmen.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)[[3]](https://iab.de/themen/sonderthemen/arbeitsmarkt-und-kuenstliche-intelligenz/publikationen-zum-thema-arbeitsmarkt-und-kuenstliche-intelligenz)
Key points
- Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze bleibt nach 15 Jahren im KI-Szenario ähnlich wie im Referenzszenario, mit rund 1,6 Millionen Stellen kumulativ betroffen (ab- oder aufgebaut).[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
- 800.000 Jobs netto wegfallen und 800.000 neue entstehen durch Effizienzgewinne, neue Geschäftsmodelle und Produktivitätssteigerungen.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
- Wirtschaftswachstum steigt um durchschnittlich 0,8 Prozentpunkte jährlich, kumuliert 4,5 Billionen Euro zusätzliche Wertschöpfung.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
- Gewinnerbranchen: IT-Dienste (+110.000 Beschäftigte), Bildung durch Weiterbedarf; Verlierer: Unternehmensdienstleister wie Sekretariate (-120.000), Lagerwesen, Gesundheitswesen.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
- Mittelfristig sinkt Bedarf an Spezialisten stärker, langfristig an Expert:innen; anfangs mehr Jobs durch Infrastrukturaufbau.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
- Prognose basiert auf Szenarien mit unterschiedlicher KI-Penetration pro Branche; Unsicherheiten durch Annahmen zu Adoption und Auslandseffekten.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
Details and context
Die IAB-Studie vergleicht ein KI-Szenario mit einem Referenzpfad, der aktuelle Trends wie Digitalisierung und Demografie fortsetzt. Im KI-Fall gehen Effizienzgewinne (z. B. Materialeinsparungen, Automatisierung) mit Investitionen in Rechenzentren und neuen Modellen einher, was kurzfristig Jobs schafft, mittel- bis langfristig abbaut.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
Betroffen sind vor allem Routineaufgaben in Verwaltung, Callcentern oder Lager; KI ersetzt hier Teile der Arbeit, ohne dass die Gesamtzahl netto sinkt. Neue Felder wie KI-Entwicklung gleichen aus, doch regionale und qualifikatorische Verschiebungen fordern Mobilität und Umschulung.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
Der Gastbeitrag fasst die Studie zusammen und warnt: Ohne eigene KI-Modelle oder bei Rückstand gegenüber USA/China könnte der Effekt negativer ausfallen. Aktuell nutzen rund 40 Prozent der Firmen KI, ein Anstieg von 27 Prozent im Vorjahr.[[4]](https://www.deutschlandfunk.de/kuenstliche-intelligenz-ki-jobs-arbeitsmarkt-100.html)
Key quotes
„Die zentrale Botschaft: Die Zahl der Arbeitsplätze bleibt weitgehend stabil, doch die Umwälzungen dahinter werden gewaltig sein.“ – Enzo Weber und Gerd Zika in der FAZ.[[2]](https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/zukunft-der-arbeit/wegen-ki-koennten-800-000-arbeitsplaetze-wegfallen-und-neu-entstehen-accg-200227693.html)
„Langfristig sind im KI-Szenario rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze vom Strukturwandel betroffen.“ – IAB-Forschungsbericht 23/2025.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)
Why it matters
KI könnte Deutschlands Wachstum ankurbeln und demografische Lücken schließen, birgt aber Risiken für Branchen mit Routinejobs und erfordert Anpassung. Für Arbeitnehmer bedeutet das potenziell Jobwechsel, vor allem bei mittleren Qualifikationen; Unternehmen gewinnen Effizienz, Investoren Chancen in IT und KI-Start-ups. Zu beobachten sind KI-Adoptionsraten, Weiterbildungsprogramme und tatsächliche neue Geschäftsmodelle, da Prognosen von Annahmen abhängen.[[1]](https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb2325.pdf)