Westad warnt vor neuem Weltkrieg wie 1914

Source: sueddeutsche.de

TL;DR

The story at a glance

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am 22. April 2026 eine Rezension von Gustav Seibt zum neuen Sachbuch "Der kommende Sturm" des Historikers Odd Arne Westad. Westad, Professor an der Yale University und Experte für den Kalten Krieg, warnt vor wachsenden Risiken eines globalen Kriegs durch Parallelen zur Vorkriegszeit 1914. Der Artikel erscheint kurz nach dem Buchstart beim Klett-Cotta Verlag am 11. April 2026, inmitten globaler Spannungen wie in der Ukraine und um Taiwan.

Key points

Details and context

Das Buch analysiert, wie vor 1914 etablierte Mächte den Aufstieg Deutschlands blockierten, statt zu kooperieren – ein Fehler, der sich heute mit China wiederholt. Westad beschreibt eine Welt mit wachsendem Nationalismus, Zollkriegen und fehlender Globalisierungsakzeptanz, die leise zu Konflikten führt. Die SZ-Rezension hebt die fragile Lage hervor, während andere Berichte Westads Biografie unterstreichen: LSE, Harvard, Yale.[[4]](https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/historiker-warnt-das-ist-die-gefaehrlichste-zeit-die-ich-erlebt-habe-94256790.html)

Er plädiert für klare Abschreckung ohne Überdeutlichkeit, Status quo bei Taiwan und Vermeidung von Wachstumsblockaden. Historische Muster wie Angst vor Abstieg und Fehlkalkulationen machen einen großen Krieg wahrscheinlicher, ohne ihn prophezeit zu haben.

Key quotes

„Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie gibt wiederkehrende Muster preis.“ – Klappentext des Buches, Klett-Cotta.[[2]](https://www.klett-cotta.de/produkt/odd-arne-westad-der-kommende-sturm-9783608967159-t-9357)

„Das ist die gefährlichste Zeit, die ich bisher erlebt habe.“ – Odd Arne Westad im FR-Interview zum Buch.[[4]](https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/historiker-warnt-das-ist-die-gefaehrlichste-zeit-die-ich-erlebt-habe-94256790.html)

Why it matters

Die wachsende Mehrpolarität mit Rivalitäten zwischen USA, China, Russland und anderen erhöht das Risiko unkontrollierbarer Eskalationen aus regionalen Krisen. Leser und Entscheidungsträger lernen, wie historische Fehlentscheidungen – wie fehlende Integration aufsteigender Mächte – heute wiederkehren könnten, und warum Diplomatie angepasst werden muss. Zu beobachten sind Reaktionen auf Taiwan oder Ukraine, ob Kompromisse greifen oder Spannungen zunehmen.

FAQ

Q: Welche Parallelen zieht Westad zwischen heute und 1914?

A: Beide Epochen zeigen multipolare Rivalitäten, wo Großmächte um Dominanz konkurrieren, mit aufsteigenden Mächten wie China (ähnlich Deutschland), absteigenden wie USA (wie Britannien), Nationalismus, Protektionismus und hohem Misstrauen. Heutige Umfragen zeigen sogar stärkeres Misstrauen; Krisenherde sind zahlreicher.

Q: Warum scheitert die aktuelle Diplomatie nach Westad?

A: Alte Modelle aus bipolaren Zeiten passen nicht zu multipolarer Komplexität; es fehlt an Kompromissbereitschaft, Einbindung aufsteigender Mächte und Anpassung nuklearer Abschreckung. Westen hat China nicht stabil in regionale Sicherheitsstrukturen integriert.

Q: Was rät Westad für Taiwan?

A: Status quo halten als einzige kurzfristige Lösung; China militärisch abschrecken, ohne Eskalation zu provozieren. Wiedervereinigung nur unter Bedingungen, die Taiwans Demokratie respektieren.

Q: Ist ein Weltkrieg unvermeidbar?

A: Nein, es ist eine Warnung, keine Prognose; Geschichte zeigt Muster, die durch bessere Diplomatie, Handel und Vermeidung von Blockaden gebrochen werden können.