ZEIT macht NSDAP-Kartei durchsuchbar für Familien.
Source: zeit.de
TL;DR
- Die ZEIT hat die NSDAP-Mitgliederkartei digitalisiert und durchsuchbar gemacht für Familienrecherchen.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- Rund 10,2 Millionen Deutsche traten zwischen 1925 und 1945 ein, 90 Prozent sind in den Karteien auffindbar.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- Das Tool erleichtert die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der eigenen Familie ohne Archivanfragen.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)[[2]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/ns-vergangenheit-mitgliederkartei-nsdap-familie-erinnerungskultur)
The story at a glance
Die ZEIT hat die NSDAP-Mitgliederkartei aus US-Nationalarchiv und Bundesarchiv-Daten aufbereitet und als Suchtool für Abonnenten freigegeben. Beteiligt sind Redakteure wie Gregor Aisch und Historiker wie Jürgen Falter. Der Grund ist der hohe Andrang auf die kürzlich online gestellten US-Digitalisate, die oft nicht erreichbar waren. Die Kartei entstand im Braunen Haus und überlebte knapp die NS-Vernichtung.
Key points
- Die Kartei umfasst Zentralkartei (4,5 Millionen Namen, 44 Prozent erhalten) und Gaukartei (8,3 Millionen Namen, 77 Prozent erhalten); zusammen decken sie etwa 90 Prozent aller Mitglieder ab.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- Suche erfordert genauen Namen, Geburtsdatum und -ort; Zentralkartei ist direkt durchsuchbar, Gaukartei alphabetisch.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- Historisch: 1945 sollten 50 Tonnen Papier vernichtet werden, Müller Hanns Huber stoppte das; Amerikaner bargen die Karten für das Berlin Document Center.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- Frühere Wege wie Bundesarchiv-Anfragen oder US-Seite waren umständlich und überlastet.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
- ZEIT hat Daten gesichert, ausgewertet und statistisch analysiert für breitere Familiengeschichte.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
Details and context
Kurz vor Kriegsende transportierte die NSDAP die Karteien zur Papiermühle in München-Freimann. Der Müller weigerte sich, sie zu zerlegen, sodass die Unterlagen 1945 von US-Truppen geborgen und bis 1994 im Berlin Document Center genutzt wurden. Danach kamen Originale ans Bundesarchiv, Mikrofilme blieben in den USA.
Das Tool ist exklusiv für ZEIT-Abonnenten, da es personenbezogene Daten verarbeitet. Es basiert auf OCR-Durchsuchung, was Treffer bei genauen Angaben zuverlässig macht, aber Namensgleichheiten erfordert weitere Prüfung. Bundesarchiv plant eigene Online-Stellung nach Ablauf von Schutzfristen (100 Jahre nach Geburt oder 10 nach Tod).[[3]](https://www.bundesarchiv.de/nachricht/zugang-zur-nsdap-mitgliederkartei-im-bundesarchiv)
Mitgliedschaft allein sagt wenig über Täterschaft aus; Falter betont in seinem Werk Hitlers Parteigenossen, dass Kontext wie Eintrittsdatum entscheidend ist.[[1]](https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche)
Key quotes
Keine direkten Zitate im sichtbaren Artikeltext.
Why it matters
Die Freigabe öffnet Millionen Familien die Auseinandersetzung mit NS-Verstrickungen und stärkt die Erinnerungskultur. Leser können nun selbst nach Vorfahren forschen, erhalten aber nur Ausgangspunkte für weitere historische Einordnung. Zu beobachten sind Auswertungen der Daten und Reaktionen auf Funde, solange Schutzfristen greifen.