GAP neu denken: Umweltkosten einpreisen, Landwirte entlasten

Source: topagrar.com

TL;DR

The story at a glance

Eine neue WIFO-Studie von Gabriel Felbermayr und Team fordert eine radikale Reform der EU-Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), weg von Subventionen hin zu marktbasierten Instrumenten, die Umweltkosten internalisieren. Beteiligt sind das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und nature solidarity e.V. als Auftraggeber. Die Studie wurde kürzlich in einer Pressekonferenz präsentiert, vor dem Hintergrund anhaltender Debatten um GAP-Nachfolge und Umweltkrise in der Landwirtschaft.

Key points

Details and context

Die Studie adressiert ökologische Schäden wie Boden-, Gewässer- und Biodiversitätsverlust sowie soziale Probleme in der Landwirtschaft: überalterte Betriebsinhaber, psychische Belastungen und Nachwuchsmangel. Aktuelle GAP misst sich an Umweltzielen wie dem Pariser Abkommen, scheitert aber durch mangelnde Abstimmung von Agrar-, Umwelt- und Handelspolitik.

Marktorientierte Instrumente wie Cap-and-Trade ersetzen Ordnungsrecht und Subventionen, belohnen effiziente Produzenten mit Zertifikatgewinnen. Umweltleistungen wie Kohlenstoffbindung sollen einbezogen werden, Marktmacht im Einzelhandel durch Wettbewerbsrecht eindämmen.

Der Vorschlag zielt auf eine ökosoziale Marktwirtschaft ab, die Landwirte von Subventionsabhängigkeit befreit und faire Erzeugerpreise sichert.

Key quotes

Why it matters

Die Reform könnte EU-Agrarpolitik grundlegend umkrempeln, Umweltschäden bremsen und Landwirte wirtschaftlich stärken, birgt aber Risiken für Preise und Wettbewerb. Für Landwirte bedeutet das potenziell höhere, marktgesteuerte Einnahmen bei effizienter, umweltschonender Produktion; Verbraucher sehen teurere Lebensmittel, die sozial abgefedert werden müssten. Zu beobachten sind Reaktionen der EU-Kommission, WTO-Verhandlungen und Pilotprojekte, da Umsetzung Jahre dauern könnte.