IG Metall wehrt sich gegen Thermo-Fisher-Schließung in Bremen

Source: weser-kurier.de

TL;DR

The story at a glance

Thermo Fisher, ein US-Laborgerätehersteller, informierte die Belegschaft in Bremen letzte Woche über die Verlagerung großer Produktionsteile nach Tschechien. Betriebsratsvorsitzender Oliver Kracht und IG Metall-Geschäftsführerin Ute Buggeln fürchten den Verlust von bis zu 530 Jobs und kündigen Widerstand an. Die Meldung kommt jetzt, weil die Belegschaft kürzlich überrascht wurde und eine Informationsveranstaltung bevorsteht. Das Werk produziert Massenspektrometer für Labore.

Key points

Details and context

Das Bremer Werk in der Airport-Stadt gilt als Aushängeschild der Hightech-Industrie. Thermo Fisher entwickelt und produziert dort komplexe Massenspektrometer, die Substanzen analysieren. Die Verlagerung soll Kosten senken, doch Betriebsrat und Gewerkschaft sehen darin den Weg zur vollständigen Schließung mit Verlust aller 530 Produktionsjobs.

Die Geschäftsführung teilte die Pläne auf einer Mitarbeiterversammlung mit, Betriebsräte erfuhren nur zwei Stunden vorher. IG Metall berät nun mit dem Betriebsrat über Strategien und ruft zur Mobilisierung auf. Hohe Renditen am Standort werden als Argument gegen die Umstrukturierung genutzt.

Key quotes

Oliver Kracht (Betriebsratsvorsitzender): "Die geplante Verlagerung [...] werde 'am Ende zur Schließung unseres Standorts führen'."

Oliver Kracht: "Es ist schon eine Unverschämtheit, dass eine solch bedeutende Nachricht der Belegschaft in dieser Art und Weise mitgeteilt wurde."

Ute Buggeln (IG Metall Bremen): "Bei Thermo Fisher in Bremen liegt seit Jahren die Umsatzrendite zwischen 30 und 40 Prozent."

Why it matters

Die Pläne bedrohen einen wichtigen Hightech-Standort in Bremen mit bis zu 530 Jobs. Für Belegschaft und Region bedeutet das Unsicherheit über Arbeitsplätze und wirtschaftliche Folgen in der Airport-Stadt. Zu beobachten sind die IG-Metall-Strategie, Verhandlungen und ob die Verlagerung umgesetzt wird.

FAQ

Q: Warum plant Thermo Fisher die Produktionsverlagerung aus Bremen?

A: Das Unternehmen will große Teile der Produktion nach Tschechien verlagern, um Bremen zu einem Zentrum für Forschung und Entwicklung zu machen. Nur eine Produktlinie mit 300 Geräten soll verbleiben, was 95 Jobs kostet. Betriebsrat und IG Metall sehen darin den Weg zur Schließung.

Q: Wie viele Arbeitsplätze sind betroffen?

A: Das Unternehmen kündigt 95 Stellenstreichungen an, 20% der Belegschaft. Betriebsrat und IG Metall fürchten jedoch bis zu 530 Jobs, falls der Standort schließt. Die Belegschaft umfasst rund 530 Produktionsmitarbeiter.

Q: Was unternimmt IG Metall?

A: Die Gewerkschaft kündigt Widerstand an, kritisiert den Umgang mit der Belegschaft und hebt hohe Renditen hervor. Sie berät mit Betriebsräten über Konfliktführung und organisiert eine Informationsveranstaltung am Mittwoch. Ziel ist, den Widerstand zu mobilisieren.

Q: Was produziert Thermo Fisher in Bremen?

A: Das Werk stellt Massenspektrometer für Laboranalysen her, etwa für Lebensmittelkontrolle und pharmazeutische Forschung. Jährlich entstehen 2500 Geräte, die Substanzen analysieren. Die Geräte sind zu komplex, um Produktion von Entwicklung zu trennen, meint der Betriebsrat.