Scheidungsanwältin über gute Ehen
Source: zeit.de
TL;DR
- Helene Klaar: Wiener Scheidungsanwältin mit über 50 Jahren Erfahrung erklärt in ZEIT-Interview, was gute Ehen ausmacht.
- Arbeit siegt: Gute Ehe ist hauptsächlich Arbeit, nicht Schicksal, außer bei unentdeckten Fehlern wie Drogensucht.
- Gegensätze problematisch: Unterschiedliche Konfliktstile wie Brullen oder Rückzug in Badezimmer führen oft zu Eskalation.
The story at a glance
Das ZEITmagazin interviewt die Wiener Scheidungsanwältin Dr. Helene Klaar über Erfolgsfaktoren von Beziehungen aus Sicht gescheiterter Ehen. Sie beschreibt funktionierende und schädliche Paardynamiken aus ihrer jahrzehntelangen Praxis. Der Artikel erscheint in der Serie "Vom Ende her gedacht" vom 6. November 2025.[[1]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie)[[2]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie/seite-2)
Key points
- Klaar hat seit fünf Jahrzehnten Klienten in Scheidungen vertreten und beobachtet dabei viele Paare.
- Eine gute Ehe entsteht durch bewusste Arbeit, nicht Schicksal; nur bei schweren Fehlern wie versteckter Drogensucht spielt Pech eine Rolle.
- Männer brüllen oft bei Streit, statt zu schweigen; Klischees von Rollen halten nicht stand.
- In wohlhabenden Haushalten dient manchmal nur das Badezimmer als Rückzugsort bei Konflikten, was die Würde verletzt.
- Gegensätzliche Konfliktstile – Ausdiskutieren versus Rückzug – lassen Paare gegensätzlich wirken und eskalieren Probleme.
- Der Artikel basiert auf anekdotischen Beispielen aus Klaars Praxis, ohne Studien oder Zahlen.
Details and context
Dr. Helene Klaar ist in Wien als Scheidungsanwältin bekannt und vertritt vor allem benachteiligte Klienten. Sie beendet Beziehungen, rettet sie aber nicht; dennoch lernt sie daraus, was Paare zusammenhält.[[1]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie)
Der Interviewfokus liegt auf Dynamiken: Schicksal versus Eigenverantwortung und Umgang mit Streit. Beispiele zeigen, dass typische Geschlechterrollen oft umgekehrt sind und mangelnde Kommunikationsräume Konflikte verschärfen.[[2]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie/seite-2)
Key quotes
Helene Klaar: „An Schicksal glaube ich nicht so sehr. Natürlich ist alles letztlich auch das, was man daraus macht.“[[1]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie)
Helene Klaar: „Wenn man den ganz Verkehrten geheiratet hat und erst in der Ehe draufkommt, dass er drogensüchtig ist, dann ist das Pech.“[[1]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie)
Helene Klaar (zu Streit): „Meistens sind es die Männer, die herumbrüllen [...]. Der einzige Ort [...], an den sie sich zurückziehen kann [...], ist das Klo. Auch nicht sehr der Menschenwürde entsprechend.“[[2]](https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-11/beziehung-ehe-schicksal-arbeit-psychologie/seite-2)
Why it matters
Gute Beziehungen hängen von bewusster Arbeit ab, was Paare zu reflektieren anregt, statt auf Schicksal zu hoffen. Leser lernen aus realen Scheidungsfällen, wie Konfliktstile Eskalationen verhindern oder fördern können. Weitere Teile der Serie könnten Klaars Tipps zu Themen wie Untreue oder Trennung vertiefen.