Windenergie am Dachsberg sorgt für hitzige Kritik
Source: ga.de
TL;DR
- Bad Honnefs Stadtrat stimmte für zwei Windkraftanlagen am Dachsberg zu, doch Anwohner kritisieren das Projekt scharf.
- Geplant sind Enercon E-175-Turbinen mit 249,5 Metern Höhe, die jährlich 41 Millionen kWh erzeugen sollen.
- Kritik aus Nachbarorten betrifft Lärm, Naturschutz und Immobilienwerte, Genehmigung steht noch aus.
The story at a glance
Immer mehr Kritik kommt an Plänen für zwei Windkraftanlagen am Dachsberg in Bad Honnef auf, obwohl der Stadtrat sein Einvernehmen erteilt hat. Beteiligt sind die Bad Honnef AG und SL Naturenergie, während Bürgerinitiativen wie F.A.I.R. und Anwohner aus Windhagen oder Asbach protestieren. Die Debatte wird jetzt berichtet, weil kürzlich eine gut besuchte Informationsveranstaltung stattfand und das Genehmigungsverfahren beim Rhein-Sieg-Kreis läuft.
Key points
- Stadtrat Bad Honnef beschloss im Februar 2026 mit Mehrheit das Einvernehmen für die Anlagen; eine Machbarkeitsstudie lag seit 2022 vor.[[1]](https://meinbadhonnef.de/ratssitzung-am-5-februar-2026)[[2]](https://www.facebook.com/stadtbadhonnef/posts/-wichtige-entscheidungen-in-bad-honnef-am-5-februar-2026-hat-der-stadtrat-bad-ho/1961215541357103)
- Zwei Enercon E-175-Anlagen, je 7 Megawatt, Gesamthöhe 249,5 Meter, erwarteter Ertrag: 41 Millionen kWh pro Jahr – etwa zwei Drittel des Stadtbedarfs.
- Baukosten: 25 bis 27 Millionen Euro; dauerhafter Flächenbedarf 3.100 Quadratmeter in Borkenkäfer-befallenem Wald, Ausgleich durch 10.000 Quadratmeter Aufforstung.
- Kritikpunkte: Häuser unter 700 Meter entfernt, Lärm- und Infraschallbelastung, Naturschutzbedenken, Wertverluste bei Immobilien; Bürgermeister Michael Christ aus Asbach lehnt ab.
- Informationsveranstaltung am 15. April 2026 im Aegidienberger Bürgerhaus zog viele Anwohner an, die Bedenken laut äußerten; Proteste davor.
- Grüne werben für das Projekt wegen Klimaschutz, Energieunabhängigkeit und lokaler Einnahmen; Beteiligungsmodelle für Bürger geplant.
Details and context
Der Dachsberg liegt nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz, weshalb Anwohner in Windhagen, Orscheid oder Asbach besonders betroffen sind – unterschiedliche Abstandsregeln zwischen NRW und RLP verstärken die Spannungen. Die Anlagen sollen in Waldflächen entstehen, die ohnehin gerodet werden müssen, mit Fokus auf höhere Lagen für bessere Windverhältnisse. Eine positive Referenz kommt aus Neuenrade, wo ein Windpark lokale Vereine mit über 50.000 Euro jährlich unterstützt.
Das Projekt reagiert auf das Klimaschutzkonzept der Stadt und die Energiekrise seit dem Ukraine-Krieg. Es ist noch nicht genehmigt; der Rhein-Sieg-Kreis prüft Lärm, Schattenwurf und Artenschutz. Bürgerinitiativen wie F.A.I.R. klagen oder informieren über Alternativen.
Key quotes
„Wir fühlen uns der regionalen Energieversorgung verpflichtet.“ – Kersten Kerl, Vorstandsvorsitzender der Bad Honnef AG.[[3]](https://honnef-heute.de/wp-content/uploads/2026/04/windkraft.jpg)
„Der Weg ist konfliktgeladen – aber er kann sich lohnen.“ – Antonius Wiesemann, ehemaliger Bürgermeister von Neuenrade.[[3]](https://honnef-heute.de/wp-content/uploads/2026/04/windkraft.jpg)
Why it matters
Die Auseinandersetzung zeigt Konflikte zwischen Energiewende, Naturschutz und Lebensqualität in ländlichen Regionen. Für Anwohner bedeutet es potenzielle Belastungen durch Lärm und Ausblick, für die Stadt Einnahmen und Klimaziele. Zu beobachten ist die Genehmigungsentscheidung des Rhein-Sieg-Kreises, die Klagen oder Anpassungen auslösen könnte.