Kraftwerksstrategie: Entwurf sieht Ausschreibungen unter 12 GW vor
Source: energate-messenger.de
TL;DR
- Gesetzesentwurf veröffentlicht: Bundeswirtschaftsministerium legt Entwurf zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) vor, das Ausschreibungen für steuerbare Kraftwerksleistungen regelt.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)[[2]](https://www.energate-messenger.de/news/261423/kraftwerksstrategie-wird-konkret-ausschreibungen-noch-2026)
- 11 GW Volumen 2026: Erste Ausschreibungen für 9 GW Langzeitkapazitäten (zwei Runden: 1. September und 8. Dezember) plus 2 GW Erzeugungskapazitäten, unter dem EU-Eckwert von 12 GW.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)[[3]](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energiewende-durchbruch-bei-kraftwerksstrategie-und-anderen-energie-gesetzen/100218796.html)
- Fokus Neubau Gaskraftwerke: Batteriespeicher ausgeschlossen aus Langzeit- und Erzeugungsausschreibungen, erst in technologieoffenen Runden ab 2027 möglich; Anlagen müssen wasserstofffähig und bis 2045 klimaneutral sein.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)[[2]](https://www.energate-messenger.de/news/261423/kraftwerksstrategie-wird-konkret-ausschreibungen-noch-2026)
The story at a glance
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) unter Ministerin Katherina Reiche (CDU) hat einen Referentenentwurf zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) in Ressortabstimmung gegeben, der die lang erwartete Kraftwerksstrategie konkretisiert. Der Entwurf sieht Ausschreibungen für neue steuerbare Kapazitäten ab 2026 vor, um Dunkelflauten ab 2031 abzusichern. Er wird jetzt berichtet, da der Entwurf vom 20. April 2026 vorliegt und energate messenger exklusiv berichtet.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)[[2]](https://www.energate-messenger.de/news/261423/kraftwerksstrategie-wird-konkret-ausschreibungen-noch-2026)
Nach einer Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission im Januar 2026 soll der Bedarf an Back-up-Leistung durch technologieoffene, aber auf Neubauten fokussierte Auktionen gedeckt werden.[[4]](https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260115-grundsatzeinigung-mit-europaeischen-kommission-ueber-eckpunkte-der-kraftwerksstrategie.html)
Key points
- Erste Ausschreibungen 2026 für 9 GW Langzeitkapazitäten (4,5 GW je Runde am 1. September und 8. Dezember), die mindestens 10 Stunden Dauerleistung plus 1 Stunde Anfahren bieten müssen; Fokus auf süddeutsche Standorte mit Boni.
- 2 GW Erzeugungskapazitäten am 18. Mai 2027, ausschließlich Neubauten; Gesamtvolumen unter 12 GW, wie von EU vereinbart (10 GW Langzeit plus Offenes).
- Batteriespeicher und energiebegrenzte Technologien aus Langzeit- und Erzeugungsrunden ausgeschlossen, nur in offenen Auktionen ab Oktober 2027 mit Derating-Faktoren möglich.
- Alle geförderten Anlagen wasserstofffähig, CO₂-Ausstoß unter 550 g/kWh, klimaneutral bis 2045; 15-Jahres-Verträge, Pre-Qualifikation mit Investitionsnachweis.
- Volumen bedarfsbasiert aus Versorgungssicherheits-Monitoring der Bundesnetzagentur (BNetzA), Abzüge für Bestand, Speicher und grenzüberschreitende Kapazitäten.
- Technische Anforderungen: Frequenzstabilität, Black-Start-Fähigkeit; keine Doppel Förderung, regionale Priorisierung für Süddeutschland.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
Details and context
Der Entwurf adressiert den Kapazitätsmangel durch steigenden Strombedarf und Ausstieg aus Kohle bis 2030/2038, mit Fokus auf Neubauten wegen langer Bauzeiten von 3-5 Jahren. Langzeitkapazitäten dienen der Überbrückung extremer Dunkelflauten, wo Erneuerbare versagen; Gaskraftwerke mit H2-Readiness überbrücken bis Wasserstoff verfügbar ist.
Batteriespeicher passen nicht, da sie unter 12-15 Stunden liefern; Pumpspeicher mit Derating möglich, aber priorisiert werden konventionelle Neuanlagen. Das Volumen liegt unter den ursprünglichen 12 GW der EU-Einigung, da BNetzA-Szenarien bis 2035 12,5-25,6 GW fordern, aber Abzüge greifen.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
Vergleich zur Ampel-Regierung: Weniger ambitioniert als 20 GW-Ziel von Reiche, aber schneller als frühere Verzögerungen bis Ende 2026 befürchtet.
Key quotes
„Die ersten Ausschreibungen adressieren Neuanlagen, weil die Betreiber hier wegen der langen Planungs- und Bauzeiten einen besonders langen Vorlauf brauchen.“ – StromVKG-Entwurf (BMWE).[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
„Batteriespeicher sollen wohl erst in späteren Ausschreibungen zum Zuge kommen dürfen.“ – energate messenger.[[2]](https://www.energate-messenger.de/news/261423/kraftwerksstrategie-wird-konkret-ausschreibungen-noch-2026)
Why it matters
Die Kraftwerksstrategie sichert die Stromversorgung in Übergangsphase zur H2-Wirtschaft, verhindert Engpässe in Dunkelflauten und unterstützt Kohleausstieg. Für Energieunternehmen bedeutet sie Investitionsanreize mit 15-Jahres-Sicherheit, für Verbraucher stabile Preise durch Zuverlässigkeit, doch Kritik an Fossilförderung und Speicherausschluss wächst. Zu beobachten: Kabinettsbeschluss des Entwurfs, EU-Beihilfe-Genehmigung und BNetzA-Überwachung der ersten Auktionen im Herbst 2026.
What changed
Vorher gab es nur EU-Eckpunkte mit 12 GW-Plan für 2026, ohne feste Termine oder Design. Nun liegt ein konkreter Entwurf vor, der Volumen auf unter 12 GW kürzt, September/Dezember-Termine festlegt und Speicher explizit ausschließt. Der Wechsel erfolgte mit Ressortabstimmung des 20. April 2026-Entwurfs.
FAQ
Q: Wann starten die ersten Ausschreibungen der Kraftwerksstrategie?
A: Die erste Runde für Langzeitkapazitäten ist für den 1. September 2026 geplant, die zweite am 8. Dezember 2026; Erzeugungskapazitäten folgen am 18. Mai 2027. Der Entwurf sieht Nachschlag-Auktionen vor, falls Volumen nicht erreicht wird. Regionale Boni priorisieren Süddeutschland.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
Q: Warum sind Batteriespeicher ausgeschlossen?
A: Sie gelten als energiebegrenzt und erfüllen nicht das 10-Stunden-Langzeitkriterium für Dunkelflauten. Der Entwurf schließt sie aus Langzeit- und Erzeugungsrunden aus, erlaubt aber Teilnahme in offenen Auktionen ab 2027 mit Derating-Faktoren basierend auf Lieferdauer.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
Q: Wie hoch ist das Ausschreibungsvolumen 2026?
A: Insgesamt unter 12 GW: 9 GW Langzeitkapazitäten (reduzierte Leistung, nominal ca. 10 GW) plus 2 GW Erzeugungskapazitäten. Das entspricht der EU-Vereinbarung, ist aber bedarfsbasiert nach BNetzA-Monitoring angepasst.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)
Q: Welche Anforderungen müssen neue Kraftwerke erfüllen?
A: Wasserstofffähig, unter 550 g CO2/kWh, klimaneutral bis 2045, 10 Stunden Vollast plus 1 Stunde Anfahren, Frequenzstabilität und Black-Start-Fähigkeit. Neubauten brauchen Investitionsnachweis nach 31. Dezember 2025.[[1]](https://table.media/assets/berlin/260420_stromvkg_entwurf_ressortabstimmung.pdf)