Methoden für Engagement benachteiligter Jugendlicher in der Jugendarbeit
Source: bertelsmann-stiftung.de
TL;DR
- Die Publikation Band 2 gibt Fachkräften in der offenen Kinder- und Jugendarbeit Methoden, um Engagement benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu fördern.
- Sie beschreibt zwei Wege: Beobachtung alltäglicher Handlungen zu Projekten oder Einführung vorgegebener Themen mit Übungen wie "Short Cuts" und "Neben sich stehen".
- Fachkräfte lernen, Potenziale in Jugendzentren zu nutzen, um kleine, realistische Projekte für demokratische Partizipation zu entwickeln.
The story at a glance
Die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht Band 2 der Reihe "Gesellschaftliches Engagement von Benachteiligten fördern" als praktischen Leitfaden für die offene Kinder- und Jugendarbeit. Autoren Benedikt Sturzenhecker und Moritz Schwerthelm bieten methodische Anregungen und Praxisbeispiele aus dem GEBe-Projekt in sieben Jugendzentren. Es geht um die Umsetzung seit 2015, im Rahmen der Initiative "jungbewegt", die Engagement und Demokratie stärken soll.[[1]](https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/gesellschaftliches-engagement-von-benachteiligten-foerdern)[[2]](https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/imported/leseprobe/1_636_Leseprobe_NEU.pdf)
Key points
- GEBe-Methode: Startet mit Beobachtung von Jugendlichen im Alltag der Jugendzentren, um gesellschaftliche Themen zu entdecken, ohne vorgefertigte Inhalte.
- Methodischer Weg 1: Vier Schritte – Beobachtung (z. B. Übungen gegen "Handlungswahn"), Auswertung, dialogische Klärung, Projektumsetzung – für kleine Engagements aus Lebenswelten.
- Methodischer Weg 2: Fachkräfte führen Themen ein, ergänzt durch Materialien aus Beratungen.
- Praxisbeispiele: Aus Zentren in Mainz, Berlin, Magdeburg; Ergänzungen wie "Bildung auf dem KLO" oder Jugendgespräche mit Behörden.
- Zielgruppe: Benachteiligte Kinder und Jugendliche, deren Handeln oft als defizitär gesehen wird, aber gesellschaftliches Potenzial hat.
- Rechtliche Basis: § 11 SGB VIII fordert Selbstbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung in der Jugendarbeit.
Details and context
Das Buch knüpft an Band 1 an, das konzeptionelle Grundlagen legt: Jugendarbeit als "Gesellschaft im Kleinen", wo Alltagsthemen zu Demokratiebildung führen. Es kritisiert Defizitdenken bei Benachteiligten (Armut, Schulabbruch) und betont, dass Engagement durch Ausschluss behindert wird, nicht fehlt.
Die Methoden sind praxisgetestet im GEBe-Projekt (2012–2015), evaluiert durch Online-Dokumentation und Treffen. Beobachtung vermeidet Vorurteile, z. B. durch Protokolle banale Szenen wie Fluchen beim Spielen, um Themen wie Freizeit oder Regeln aufzudecken.
Band 3 erweitert auf kommunale Kooperationen (KoKoDe), aber Band 2 bleibt auf Einrichtungen fokussiert. Es gibt Leseanleitung für Schnellzugriff auf Übungen oder Tiefe.[[3]](https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/imported/leseprobe/1_580_Leseprobe.pdf)[[2]](https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/imported/leseprobe/1_636_Leseprobe_NEU.pdf)
Key quotes
Keine direkten Zitate aus dem Buchtext verfügbar; Beschreibungen basieren auf Leseproben und Abstracts.
Why it matters
Benachteiligte Jugendliche brauchen Zugang zu Engagement, um Ausgrenzung zu stoppen und Demokratie von unten zu stärken. Fachkräfte erhalten konkrete Tools für den Alltag, was Jugendzentren effektiver macht und gesellschaftliche Verantwortung umsetzt. Zu beobachten: Erweiterung durch "jungbewegt"-Projekte und Evaluationen in Kommunen.