Supermärkte differenzieren Preise regional - EU prüft
Source: zeit.de
TL;DR
- Supermarktketten in Europa differenzieren Preise territorial, um lokale Lieferketten zu schützen und Importe aus Drittländern zu reduzieren.
- EU-Kommission prüft diese Praxis nun wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen und Verbraucherschäden.
- Preise für identische Produkte variieren um bis zu 30 Prozent je nach Region.
- Folge: Höhere Lebensmittelpreise für Verbraucher, während Lieferanten lokale Vorteile erhalten.
The story at a glance
Supermärkte wie Aldi und Lidl passen Preise für gleiche Produkte regional an, um europäische Lieferanten zu bevorzugen. Die Meldung kommt jetzt, weil die EU-Kommission erste Untersuchungen einleitet.
Key moments & milestones
- 2023: Starke Preisanstiege bei Lebensmitteln durch Energiekrise und Ukraine-Krieg.
- 2024: Supermärkte führen territoriale Lieferdifferenzierung ein, um lokale Produzenten zu sichern.
- Früh 2026: EU-Wettbewerbsbehörde startet Prüfung nach Verbraucherbeschwerden.
- März 2026: Erste Berichte über Preisunterschiede von 20-30 Prozent in deutschen und französischen Märkten.
Signature highlights
- In Deutschland kostet ein Kilo Bio-Avocados bei Lidl in Bayern 4,50 Euro, in Berlin nur 3,20 Euro – trotz gleicher Charge.
- Aldi Nord und Aldi Süd nutzen separate Lieferketten, was zu 15 Prozent höheren Preisen im Norden führt.
- EU-Regeln gegen Kartelle kollidieren mit nationalen Förderungen für regionale Landwirtschaft.
- Britische Ketten wie Tesco testen Ähnliches post-Brexit, mit Preissprüngen bis 25 Prozent.
| Kette | Produkt | Preis Regional 1 | Preis Regional 2 | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| Lidl | Bio-Avocado/kg | 4,50 € (Bayern) | 3,20 € (Berlin) | 29 % |
| Aldi | Tomaten/kg | 2,80 € (Nord) | 2,40 € (Süd) | 17 % |
Key quotes
"Territoriale Differenzierung schützt unsere Bauern, aber der Verbraucher zahlt den Preis." – EU-Abgeordneter Klaus Müller
"Wir optimieren Lieferwege, keine Preise." – Lidl-Sprecherin
Why it matters
Diese Praxis könnte den Binnenmarkt spalten und Lebensmittel teurer machen, wo Importe fehlen. Entscheidungsträger müssen balancieren zwischen Lieferantenschutz und Verbraucherinteressen. Zu beobachten: EU-Urteil bis Ende 2026, das Kartellregeln verschärfen könnte.