Faire Preise statt Subventionen für Landwirte
Source: topagrar.com
TL;DR
- WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr fordert faire Preise statt Subventionen in der EU-Agrarpolitik.
- Landwirte sollen als Unternehmer Umweltkosten via CO2-Zertifikate und Grenzausgleiche einpreisen.
- Das reduziert Bürokratie, schafft Stabilität und eine ökosozi ale Marktwirtschaft.
The story at a glance
Gabriel Felbermayr, Chef des österreichischen Wirtschaftsinstituts WIFO, spricht im Interview mit top agrar über eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Er kritisiert die doppelte Krise in der Landwirtschaft: wirtschaftlicher Druck und verfehlte Umweltziele. Der Artikel greift seine Ideen aus einer kürzlichen WIFO-Studie auf, die faire Erzeugerpreise durch Marktsignale vorschlägt.[[1]](https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/faire-preise-statt-subventionen-20024464.html)
Key points
- Landwirtschaft steckt in einer doppelten Krise: hoher wirtschaftlicher Druck auf Betriebe und Misserfolg bei Klimaschutz, Bodenschutz sowie Biodiversität.[[1]](https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/faire-preise-statt-subventionen-20024464.html)
- Aktuelle GAP erzeugt Abhängigkeit durch Regeln und Subventionen, statt Stabilität für Landwirte als Unternehmer zu schaffen.
- Vorschlag: Umweltkosten (CO2, Stickstoff) in Preise einpreisen, z. B. über Zertifikate, und Grenzausgleiche für Importe einführen.
- Weniger Bürokratie und Anträge, stattdessen marktorientierte Preise für nachhaltige Produkte.
- Pilotprojekte für Umweltzertifikate als realistischer Einstieg in Reformen.
- Ziel: Übergang zu einer ökosozialen Marktwirtschaft in der Agrarpolitik.[[2]](https://www.topagrar.com/oesterreich/gap-neu-denken-umweltkosten-einpreisen-landwirte-entlasten-20024160.html)
Details and context
Die Ideen bauen auf einer WIFO-Studie vom März 2026 auf, die im Auftrag von nature solidarity entstand. Sie kritisiert die GAP für ineffiziente Subventionen und plädiert für das Verursacherprinzip: Wer Umweltschäden verursacht, zahlt – via Marktmechanismen, die Verbraucherpreise anheben, aber sozial abgefedert werden könnten.[[2]](https://www.topagrar.com/oesterreich/gap-neu-denken-umweltkosten-einpreisen-landwirte-entlasten-20024160.html)
Felbermayr sieht Preise nicht mehr primär auf dem Feld entstehen, sondern durch Kapitalmärkte, Krisen und Politik. Grenzausgleiche sollen faire Wettbewerbsbedingungen zu Importen aus Ländern mit laxen Umweltstandards schaffen.
Derzeitige Subventionsabhängigkeit schürt Misstrauen und hemmt Innovation; faire Preise würden Landwirte stärken und Umweltziele effizienter erreichen.
Key quotes
„Wir brauchen eine Politik, die Landwirte als Unternehmer stärkt, nicht als Antragsteller.“ – Gabriel Felbermayr im Interview mit top agrar.[[1]](https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/faire-preise-statt-subventionen-20024464.html)
Why it matters
Die Reform könnte EU-Landwirtschaft resilienter machen, Umweltschäden mindern und Steuergelder sparen. Für Landwirte bedeutet das höhere, stabile Einnahmen aus Preisen statt unsicherer Förderungen; Verbraucher zahlen mehr, bekommen aber nachhaltigere Produkte. Zu beobachten sind Pilotprojekte und GAP-Verhandlungen ab 2028, deren Umsetzung politisch umstritten bleibt.[[1]](https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/faire-preise-statt-subventionen-20024464.html)