Weber warnt vor Preisschock durch Iran-Krieg
Source: spiegel.de
TL;DR
- Ökonomin Isabella Weber warnt in einem Spiegel-Interview vor massiven Preissteigerungen durch den Iran-Krieg.
- Inflationsrate könnte von 2,7 Prozent im März schnell auf 4 bis 5 Prozent steigen.
- Sie fordert sofortige staatliche Eingriffe wie Benzin-Preisdeckel und Übergewinnsteuer.
The story at a glance
Ökonomin Isabella Weber spricht im Spiegel-Interview über die drohenden Folgen des Iran-Kriegs für Energiepreise und Inflation in Deutschland. Sie sieht einen Preisschock, der sich durch die gesamte Wirtschaft zieht, und kritisiert zu langsames Handeln der Politik. Der Bericht kommt inmitten esklierender Energiepreissteigerungen, ausgelöst durch den Konflikt.
Key points
- Energiepreise steigen stark durch den Iran-Krieg; Preise für Plastik und Rohstoffe sind bereits hochgegangen, bald folgen andere Güter.
- März-Inflation bei 2,7 Prozent, könnte aber rasch auf 4 bis 5 Prozent klettern, je nach Kriegsdauer und Firmenpreisaufschlägen.
- Preise steigen schneller als sie später fallen; der Schock breitet sich aus, wenn der Staat nicht eingreift.
- Weber fordert einen smarten Preisdeckel bei Benzin, da Kartellverfahren zu langsam sind.
- Übergewinnsteuer auf Krisenprofite von Mineralölkonzernen soll sofort wirken.
- Bundestagsregel zur Begründung von Preissteigerungen ist positiv, ersetzt aber keine Deckels.
- Kritik an MwSt.-Erhöhungsvorschlägen; stattdessen alle Register ziehen gegen physische Ölknappheit.
Details and context
Der Iran-Krieg führt zu Engpässen bei Öl und Gas, die fast alle Produkte und Transporte betreffen – ähnlich der Energiekrise 2022/23, als Weber den Gaspreisdeckel mitentwickelte. Firmen nutzen Kostenschübe oft für höhere Margen, ohne dass Nachfrage überhitzt. Weber verweist auf die 1970er: Damals gab es echte Knappheit, heute muss der Staat Unsicherheit nehmen, um Panik zu vermeiden.
Eine Übergewinnsteuer liegt als Gesetz vor und kann schnell aktiviert werden; sie greift besonders kritische Branchen. Preisdeckel wie in Polen oder der Schweiz haben in Krisen funktioniert, ohne Versorgung zu stören. Je länger gewartet wird, desto tiefer sickert der Schock ein.
Key quotes
„Auf uns rollen riesige Preissteigerungen zu.“[[1]](https://www.spiegel.de/wirtschaft/iran-krieg-isabella-weber-ueber-inflationsangst-auf-uns-rollen-riesige-preissteigerungen-zu-a-f7c9c729-1e82-49ec-a7fa-274c0f355ced)
„Die Regierung sollte jetzt handeln, auch mit einem smarten Preisdeckel bei Benzin. Je länger wir warten, desto stärker sickert der Preisschock durchs System.“ – Isabella Weber im Spiegel[[2]](https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/es-kann-also-noch-deutlich-schmerzhafter-werden-okonomin-isabella-weber-rechnet-mit-inflation-von-vier-bis-funf-prozent-15441326.html)[[3]](https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/tiefe-einschnitte-oekonomin-weber-inflation-in-deutschland-koennte-sehr-kraeftig-steigen-15597172)
„Die schlimmsten Zeiten für die Menschheit sollten nicht die besten für die Wirtschaft sein – gerade in Branchen, die zur kritischen Infrastruktur gehören.“ – Isabella Weber[[2]](https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/es-kann-also-noch-deutlich-schmerzhafter-werden-okonomin-isabella-weber-rechnet-mit-inflation-von-vier-bis-funf-prozent-15441326.html)
Why it matters
Der Konflikt bedroht Preisstabilität und Wachstum in energieabhängigen Volkswirtschaften wie Deutschland. Verbraucher sehen höhere Kosten für Kraftstoff, Heizung und Alltagsgüter, Firmen ringen mit Margendruck, Investoren mit Unsicherheit. Beobachten Sie Regierungsreaktionen auf Preisdeckel und Steuern sowie Ölpreisentwicklung im Iran-Krieg.