Reiches Ministerium bestellte Gaslobby-Argumente gegen Speicher
Source: spiegel.de
TL;DR
- Spiegel-Recherche zeigt, dass Reiches Wirtschaftsministerium EnBW um Vorschläge bat, die Batteriespeicher bei Kraftwerksauktionen benachteiligen.
- Am 13. Januar 2026 schickte EnBW-Lobbyist Holger Schäfer Abteilungsleiter Christian Schmidt „Überlegungen zur 10h-Regel“ – auf Ministeriumsersuchen.
- Das wirft Fragen zu Nähe zur Gaslobby auf, da Reiche selbst Gas-Hintergrund hat und 41 GW Kapazitäten bis 2030 plant.
The story at a glance
Der Spiegel berichtet, dass das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) beim Energiekonzern EnBW gezielt Argumente gegen Batteriespeicher und für Gaskraftwerke angefordert hat. Beteiligt sind EnBW-Cheflobbyist Holger Schäfer und Ministeriumsmitarbeiter Christian Schmidt. Die Enthüllung kommt jetzt, kurz nach der EU-Einigung zur Kraftwerksstrategie im Januar. Reiche, Ex-Gaslobbyistin bei Westenergie, plant Auktionen für bis zu 41 GW steuerbare Leistung bis 2030 zur Stromsicherung.
Key points
- Ministerium bat EnBW um „ergänzende Kriterien zur 10h-Regel“, die Batteriespeicher bei Auktionen faktisch ausschließen würden – zwei Tage vor EU-Einigung am 15. Januar.[[1]](https://www.spiegel.de/wirtschaft/katherina-reiches-ministerium-bat-enbw-um-argumente-fuer-gaskraftwerke-a-1ce69ada-8eff-444b-a7f9-4eaf4d6e5447)[[2]](https://www.n-tv.de/wirtschaft/Katherina-Reiche-soll-bei-Energiekonzern-Argumente-fuer-Gaskraftwerke-bestellt-haben-id30715113.html)
- EnBW bestätigte: Vorschläge entstanden „auf Ersuchen“ des Ministeriums, nicht eigenständig.[[2]](https://www.n-tv.de/wirtschaft/Katherina-Reiche-soll-bei-Energiekonzern-Argumente-fuer-Gaskraftwerke-bestellt-haben-id30715113.html)
- Ähnlich bei RWE: Lobbypapier gegen Speicher ebenfalls auf Ministeriumswunsch, per Handelsblatt-Bericht – Ministerium dementiert nicht.[[3]](https://www.fr.de/politik/reiche-in-bedraengnis-bei-kraftwerkstrategie-gaslobby-praktisch-mit-am-tisch-zr-94263208.html)
- Ziel: Sicherung der Stromversorgung in Wind- und Sonnenpausen durch Gaskraftwerke; 10 GW erstes Paket 2026 mit 10h-Mindestlaufzeit, die Speichern benachteiligt.
- Reiche plant insgesamt 41 GW bis 2030, nach Non-Paper; Umweltgruppen kritisieren fehlende Klimavorgaben und Subventionen für Fossiles.
- Lobbykontakte erst nach Spiegel-Anfrage im Register gemeldet.
Details and context
Die Kraftwerksstrategie soll Lücken in der Stromversorgung schließen, da Erneuerbare wetterabhängig sind. Reiche einigte sich im Januar mit Brüssel auf Auktionen; erste 12 GW 2026, davon 10 GW mit Kriterien wie 10h-Laufzeit, die Gaskraftwerke begünstigen – Batteriespeicher halten das selten aus.
Reiches Hintergrund: Bis 2025 Vorstandschefin bei Westenergie (E.ON-Tochter mit Gasfokus), davor CDU-Politikerin und Energielobby. Kritiker sehen Interessenkonflikt; sie betont Versorgungssicherheit.
Vergleichbar: Unter Vorgänger Habeck gab es ähnliche EU-Verhandlungen, aber Reiche passte Pläne an, um mehr Gas zu priorisieren. Ob Vorschläge umgesetzt werden, bleibt offen.
Key quotes
„Die Nachricht wurde auf Ersuchen des Ministeriums erstellt.“
(EnBW gegenüber Spiegel)[[2]](https://www.n-tv.de/wirtschaft/Katherina-Reiche-soll-bei-Energiekonzern-Argumente-fuer-Gaskraftwerke-bestellt-haben-id30715113.html)
Why it matters
Die Strategie verteilt Milliarden-Subventionen für Backup-Kapazitäten und prägt Deutschlands Energiewende langfristig. Für Verbraucher und Investoren bedeutet Nähe zu Konzernen wie EnBW höhere Strompreise durch fossile Förderung statt günstiger Speicher; Umweltgruppen warnen vor Klimaschäden. Zu beobachten: EU-Genehmigung der Auktionen, tatsächliche Umsetzung der Kriterien und Reiches Reaktion auf Kritik.