Studie warnt vor Engpässen auf Hude-Nordenham-Strecke
Source: nwzonline.de
TL;DR
- RWTH-Studie zu Engpässen: Eine Studie der RWTH Aachen zeigt Kapazitätsprobleme auf der Bahnstrecke Hude-Nordenham bei steigendem Zugverkehr.
- 26 Güterzüge erwartet: Unternehmen prognostizieren täglich 26 Güterzüge bis Brake plus 14 weiter nach Nordenham, was Nadelöhr verursacht.
- Ausweichgleise verlängern: Verlängerung auf 750 Meter in Elsfleth und Berne soll Strecke leistungsfähiger machen.
The story at a glance
Die Oldenburgische IHK und der Landkreis Wesermarsch haben das Verkehrswissenschaftliche Institut der RWTH Aachen beauftragt, die Bahnstrecke Hude-Nordenham auf Engpässe zu prüfen. Die Studie ergab, dass die Strecke bei realistischen Prognosen für mehr Güter- und Personenzüge an ihre Grenzen stößt. Sie wurde am Mittwoch in Oldenburg vorgestellt, parallel zur neuen Huntebrücke bei Elsfleth, die ab Ende 2027 in Betrieb gehen soll.
Key points
- Neue Huntebrücke in Elsfleth kostet über 240 Millionen Euro und soll Ende 2027/Anfang 2028 fertig sein.
- Bundesprognose für 2040 sieht 40 Personenzüge und 14 Güterzüge täglich vor, wird aber von IHK, Unternehmen und Landkreis angezweifelt.
- Unternehmen erwarten bis zu 40 Güterzüge täglich bis Brake (14 weiter nach Nordenham); realistischer Mittelwert: 26 Güterzüge.
- Bei Halbstundentakt der Nordwestbahn wären es 78 Personenzüge; Strecke würde kollabieren.
- Engpässe treten bei Verspätungen zwischen Berne und Elsfleth auf, bei 40 Güterzügen bis Kirchhammelwarden.
- Vorgeschlagene Lösung: Ausweichgleise in Elsfleth (aktuell 595 Meter) und Neuenkoop/Berne (560 Meter) auf 750 Meter verlängern.
Details and context
Die Studie basiert auf Abfragen bei Wesermarsch-Unternehmen zum Güterverkehrsbedarf und berücksichtigt eine mögliche Verdichtung des Personenverkehrs durch die Nordwestbahn. Schon heute übersteigen Güterzüge die Bundesprognose. Eine zweigleisige Strecke bis Brake wäre für Halbstundentakt nötig, was langfristig denkbar ist.
IHK-Präsident Jan Müller und Landrat Stephan Siefken betonen Vorteile für Wirtschaft, Mobilität und Klimaschutz: Schiene entlastet LKW bei Fahrermangel und steigenden CO₂-Preisen. Gespräche mit Deutsche Bahn, Land Niedersachsen und Bund sollen Finanzierung klären. Die neue Brücke mit einem Gleis passt in alle Szenarien.
Key quotes
„Schon heute haben wir mehr Güterzüge.“ – Jan Müller, IHK-Präsident und Vorstandsvorsitzender der J. Müller Unternehmensgruppe.
„Im Idealfall zeitgleich mit der Fertigstellung der Brücke in Elsfleth.“ – Jan Müller zur Gleisverlängerung.
Why it matters
Die Strecke ist entscheidend für Gütertransport in der Wesermarsch-Wirtschaft und Personenmobilität in der Region. Verlängerung der Ausweichgleise würde Engpässe mildern und Schiene attraktiver für Unternehmen machen, was LKW entlastet und CO₂ spart. Zu beobachten sind Verhandlungen mit DB, Land und Bund über Finanzierung und Umsetzung bis 2028.
FAQ
Q: Welche Engpässe zeigt die Studie?
A: Bei 26 Güterzügen täglich entsteht ein Nadelöhr zwischen Berne und Elsfleth, sobald Verspätungen zunehmen. Bei 40 Güterzügen verstopft der Abschnitt Hude bis Kirchhammelwarden. Ein Halbstundentakt im Personenverkehr würde die Strecke sofort kollabieren lassen.
Q: Was ist die vorgeschlagene Lösung?
A: Die Ausweichgleise in Elsfleth und Neuenkoop sollen von 595 bzw. 560 auf 750 Meter verlängert werden. Das erlaubt Güterzügen, sich besser zu begegnen. Nur bei 40 Güterzügen bliebe eine Engstelle.
Q: Warum zweifelt man die Bundesprognose an?
A: Unternehmen prognostizieren deutlich mehr Güterzüge als die 14 täglich bis 2040. Bereits heute sind es mehr. IHK und Landkreis halten die Zahlen für zu niedrig.
Q: Wann geht die neue Huntebrücke in Betrieb?
A: Ende 2027 oder Anfang 2028, mit Kosten über 240 Millionen Euro. Sie hat ein Gleis, passt aber in alle Studienszenarien.