Studie warnt vor Engpässen auf Hude-Nordenham-Strecke

Source: nwzonline.de

TL;DR

The story at a glance

Die Oldenburgische IHK und der Landkreis Wesermarsch haben das Verkehrswissenschaftliche Institut der RWTH Aachen beauftragt, die Bahnstrecke Hude-Nordenham auf Engpässe zu prüfen. Die Studie ergab, dass die Strecke bei realistischen Prognosen für mehr Güter- und Personenzüge an ihre Grenzen stößt. Sie wurde am Mittwoch in Oldenburg vorgestellt, parallel zur neuen Huntebrücke bei Elsfleth, die ab Ende 2027 in Betrieb gehen soll.

Key points

Details and context

Die Studie basiert auf Abfragen bei Wesermarsch-Unternehmen zum Güterverkehrsbedarf und berücksichtigt eine mögliche Verdichtung des Personenverkehrs durch die Nordwestbahn. Schon heute übersteigen Güterzüge die Bundesprognose. Eine zweigleisige Strecke bis Brake wäre für Halbstundentakt nötig, was langfristig denkbar ist.

IHK-Präsident Jan Müller und Landrat Stephan Siefken betonen Vorteile für Wirtschaft, Mobilität und Klimaschutz: Schiene entlastet LKW bei Fahrermangel und steigenden CO₂-Preisen. Gespräche mit Deutsche Bahn, Land Niedersachsen und Bund sollen Finanzierung klären. Die neue Brücke mit einem Gleis passt in alle Szenarien.

Key quotes

„Schon heute haben wir mehr Güterzüge.“ – Jan Müller, IHK-Präsident und Vorstandsvorsitzender der J. Müller Unternehmensgruppe.

„Im Idealfall zeitgleich mit der Fertigstellung der Brücke in Elsfleth.“ – Jan Müller zur Gleisverlängerung.

Why it matters

Die Strecke ist entscheidend für Gütertransport in der Wesermarsch-Wirtschaft und Personenmobilität in der Region. Verlängerung der Ausweichgleise würde Engpässe mildern und Schiene attraktiver für Unternehmen machen, was LKW entlastet und CO₂ spart. Zu beobachten sind Verhandlungen mit DB, Land und Bund über Finanzierung und Umsetzung bis 2028.

FAQ

Q: Welche Engpässe zeigt die Studie?

A: Bei 26 Güterzügen täglich entsteht ein Nadelöhr zwischen Berne und Elsfleth, sobald Verspätungen zunehmen. Bei 40 Güterzügen verstopft der Abschnitt Hude bis Kirchhammelwarden. Ein Halbstundentakt im Personenverkehr würde die Strecke sofort kollabieren lassen.

Q: Was ist die vorgeschlagene Lösung?

A: Die Ausweichgleise in Elsfleth und Neuenkoop sollen von 595 bzw. 560 auf 750 Meter verlängert werden. Das erlaubt Güterzügen, sich besser zu begegnen. Nur bei 40 Güterzügen bliebe eine Engstelle.

Q: Warum zweifelt man die Bundesprognose an?

A: Unternehmen prognostizieren deutlich mehr Güterzüge als die 14 täglich bis 2040. Bereits heute sind es mehr. IHK und Landkreis halten die Zahlen für zu niedrig.

Q: Wann geht die neue Huntebrücke in Betrieb?

A: Ende 2027 oder Anfang 2028, mit Kosten über 240 Millionen Euro. Sie hat ein Gleis, passt aber in alle Studienszenarien.